eeePC – meine bisherigen erfahrungen
01.Juni 2008
Lang ists her, dass ich meinen letzten Eintrag geschrieben habe: vor vier Wochen schrieb ich, dass ich mir den eeePC gekauft hatte. Seitdem hatte das Netbook einige Zeit sich zu bewähren: im Urlaub, zu Hause und unterwegs. Daher möchte ich euch mal ein paar meiner Erfahrungen hier schildern.
1. Mir ist XP lieber als Xandros, deswegen hab ich wenige Tage nach dem Kauf XP installiert. Dank diverser Tutorials im Internet (ich habe es mit der unter myeee.wordpress.com geschafft), ist das auch sehr einfach. Zuvor habe ich meine XP-CD mit nLite noch ein wenig abgespeckt (meine Konfiguration; Achtung: Movie Maker nicht dabei!).
2. Mit ein paar Zusatztools lässt sich XP noch verbessern: eeectl beispielsweise erlaubt die Helligkeit höher zu schalten, als es Asus eigentlich erlaubt. Dann gibt es noch das eeePC-Utility, mit der man auch nicht unterstützte Auflösungen (wie 1024×768) verwenden kann – um an Bedienelemente zu kommen, die man mit der normalen 800x480er Auflösung nicht mehr sieht.
3. Der eee eignet sich super als Gameboy, besonders Pinball war im Urlaub sehr beliebt (Rekord: 6,7 Mio. Punkte). Werde wohl demnächst noch ein paar OpenSource-Spiele draufhauen.
4. Dass das Display diesen fetten Rahmen hat, fällt einem irgendwann gar nicht mehr richtig auf. Allgemein kann man nicht sagen, dass es zu klein ist für Internet, Textdokumente, simple Spiele etc. Im Gegenteil: ein größeres Display wie beim eeePC 900 frisst natürlich mehr Energie, somit hält der Akku nochmal kürzer durch.
5. Der Akku ist nicht besonders gut: man kann zwar locker einen 90-minütigen Film anschauen und danach noch ein wenig MP3 hören etc., aber lange draußen-Sessions kann er nicht meistern. Dafür ist das Netzteil umso praktischer: nicht nur, dass es einen Adapter für USA-Steckdosen integriert hat, nein: es ist 3 Meter lang und hat den Trafo direkt in dem Stecker integriert. Dadurch liegt nicht noch ein fettes Teil auf dem Boden rum und es ist äußerst flexibel. Ein kleiner Nachteil noch: dadurch, dass der Wandler so klein ist, ist dessen Leistung auch nicht besonders groß. Folge: es dauert recht lange, bis er wieder aufgeladen ist.
6. Der eeePC eignet sich auch recht gut um Musik oder Webradio zu hören. Die Lautsprecher sind zwar nicht der Hammer, für Youtube-Videos sind sie aber absolut okay. Wenn man draußen Musik hören will und nicht besonders anspruchsvoll ist, kann man auch MP3s damit hören. Ansonsten einfach Kopfhörer aufsetzen.
7. Die Tastatur ist besser als bei Laptops mit größeren Diagonalen. Die Tasten sind einfach intelligenter angeordnet und kommen dem Schreiben an normal großen Keyboards recht nahe. Wenn man nicht gerade Wurstfinger hat, kann man auch mit 10 Fingern tippen. Ein bisschen doof nur: um ein < oder > oder | zu erzeugen, muss man die Fn-Taste drücken. HTML-writing made difficult … Für längere Text wie diesen hier ist es aber auch nicht übel, eine USB-Tastatur griffbereit zu haben, ist schon deutlich angenehmer.
8. Dass die Festplatte gerade mal 4GB fasst, und XP davon schon knapp 1,7 braucht, ist nicht soo schlimm. Ich komme derzeit auch mit dem wenigen Speicher aus: außer ein wenig Musik habe ich kaum was drauf. Langfristig werde ich mir aber eine 4- oder 8-GB-SD-Karte kaufen.
9. Der RAM ist mit 512MB ja auch nicht besonders groß. Weil RAM zurzeit so billig ist, werde ich auf ein Gigabyte aufrüsten. Dann kann ich auch die Auslagerungsdatei deaktivieren und bekomme weitere 256MB Festplattenspeicher frei.
10. Der Prozessort ist standardmäßig mit nur 630MHz getaktet, aber das hat mich bisher noch kein einziges Mal behindert. Jede Anwendung, die ich bisher laufen hatte lief ohne Probleme mit guter Geschwindigkeit.Man kann ihn auf 900MHz übertakten, aber das kostet auch wieder Akkulaufzeit. Und weil ich keinen Sinn sehe, ihn hochzutakten, lasse ich ihn erstmal so.
11. Mit der eingebauten Webcam lassen sich allerlei coole Dinge machen. Mit dem PowerToy “Timershot” lasse ich z.B. alle 10sec ein Bild machen, mit einem selbstgeschriebenen Batch-Script sichern, um dann im Zeittraffer Wolken beim Ziehen zuzusehen. Sehr toll :) Außerdem sind natürlich Livekonferenzen möglich, habe ich aber bisher noch nicht gemacht.
12. WLAN ist eine super Sache, vor allem das Einloggen in fremde Netze macht Spaß *hehe*. Aber natürlich nur in solche, die ungeschützt sind, ich will ja nichts Illegales machen *g. Aber einfach so mitten in einer Stadt oder im Zug/Café/… surfen zu gehen, ist wirklich toll. Habe es aber in der Regel aus, wegen der Akkulaufzeit …
13. Dank seines VGA-Anschlusses eignet er sich auch um Präsentationen (garantiert kompatibel zum Computerraum) ablaufen zu lassen.
14. Er sieht live noch besser aus als auf Fotos. Er sieht mit seinem chicen Weiß einfach “edel” aus :)
15. Auch zum Filmeschauen eignet er sich. Zwar ist es schwieriger, eine DVD anzuschauen (weil er bekanntlich kein Laufwerk hat), aber Filme von einem USB-Stick oder einer Speicherkarte lassen sich ohne Ruckeln abspielen.
16. Für jeden, der sich noch nicht so gut vorstellen kann, *wie* klein er ist: im Vergleich zu einem 17″ Laptop ist er etwa um den Faktor 3 kleiner – gerade im Vergleich zu solchen “Riesen” merkt man, wie klein er doch ist.
Fazit nach 3 Wochen: Er ist wirklich super praktisch. Ob PHP programmieren, Internet surfen, Mails checken oder spielen – für kleine Aufgaben ist der Kleine einfach super. Er fährt dank seiner SSD schneller hoch als mein Desktop-PC und kann wegen seiner kleinen Abmessungen und dem geringen Gewicht einfach im Rucksack transportiert und überall mit hingenommen werden.
In meinem nächsten Blogeintrag (noch diese Woche, wahrscheinlich morgen) werde ich auf ein weiteres Knüller-Einsatzgebiet des EEE zu sprechen kommen, seid gespannt :)
Artikel gespeichert unter: Portable Stuff
bisher 9 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben
1. dumm | 03.Juni 2008 at 12:41
Man muss schon hard drauf sein um Windows auf dem eeePC zu installieren und dann zu meinen das laeuft gut…. Du bist schon ein wenig Sadomaso, oder?
2. Gabriel | 03.Juni 2008 at 13:19
Nein, ich habe ein völlig normales Verhältnis, und bin nicht polarisiert wie andere.
Ich habe XP aus ganz vernünftigen Gründen draufgepackt: ich kann meine normale Entwicklungsumgebung mit XAMPP laufen lassen, ich habe keinerlei Probleme was das Lesen von Daten von meiner externen NTFS-Platte angeht, ich habe meine gewohnten Programme zur Verfügung, kann eigene Batchscripts schreiben und beliebige Hardware anschließen – ohne Treiberprobleme zu haben oder irgendwie den Kernel neu zu kompilieren.
Klar, ich könnte mich auch in eine Linux-Distri einarbeiten – aber XP kann ich doch genauso verwenden. ICh habe wirklich zurzeit kein ein einziges Problem mit XP. Alles läuft glatt, als sei XP dafür gemacht :)
3. greenmountain | 06.August 2008 at 22:09
XP habe ich auch schon ausprobiert; aber nach 2 Wochen wurde er immer langsamer insb. durch den Virenscanner ohne den es ja nicht geht. Nervig sind auch die ständigen updates von Windows, die beim eeepc besonders auffallen. Na ja und die Platte ist wirklich schnell voll. Trotz 8 GB Zusatzkarte und 2 GB RAM (damit kann man die Auslagerungsdatei ausschalten, was eine Weile Performance und Speicherplatz bringt).- Unter XP konnte ich mit externen DVD-Player DVD’s anschauen. Unter Linux – trotz Kodek-Nachinstallation liefen die Hauptfilme nicht, nur die kürzeren Filmevorschaus. Vermutlich zuwenig Speicher. Kein Swap und es wird mit Xandros nur 1 GB meiner 2 GB-RAM genutzt. Was gut läuft, ist der TV-Stick von Digittrade. Aber alles in allem ist die Multimedia-Fähigkeit doch bescheiden, schon dass man ein externes DVD rumschleppen soll. – Es ist in Wirklichkeit ein Spielzeug, um Linux kennenzulernen und dann zu merken, dass die meisten Anwendungen, die man raufbekommt auch verzichtbar sind. Für Windows gibt’s da mehr und in besserer Qualität. Fazit: nach dem Spielen kann man das Teil eigentlich nur als größeren Jornada-Ersatz mit open-office, bischen Fotos ansehen und Not-Internetsurfen, wenn grad der Hauptrechner belegt ist, verwenden. Eigentlich muss ich nach einem halben Jahr zeitaufwendiger Beschäftigung mit dem Teil sagen: hätte ich’s bloß nicht gekauft. Jetzt muss ich’s behalten, da man bei ebay nichts mehr für bekommt.
4. Paganini | 08.September 2011 at 10:23
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